ERNÄHRUNGSTIPPS

ERNÄHRUNGSTREND INTERVALLFASTEN

Gewichtsreduktion spielt auch für Menschen mit Diabetes – insbesondere bei Typ 2 – eine wichtige Rolle für die Verbesserung der Gesundheit. Inzwischen wird dafür eine bestimmte Abnehmmethode immer häufiger genutzt: Intervallfasten. Handelt es sich hier um eine nachhaltige Methode zur Gewichtsreduktion? Können auch Menschen mit Diabetes vom Intervallfasten profitieren und was gibt es bei dieser Methode zu beachten?

WAS IST INTERVALLFASTEN?

Anders als bei der klassischen Fastenkur wird beim Intervallfasten in kürzeren, regelmäßig wiederkehrenden Zeiträumen auf das Essen verzichtet.
In welchem Verhältnis die Zeiten des normalen Essens und des Fastens zueinanderstehen und wie lang die Fastenintervalle sind, ist je nach gewählter Methode verschieden:

  • 1:1: Ein Tag des Fastens wechselt sich mit einem Tag normaler Nahrungsaufnahme ab.
  • 16:8: Nach 16 Stunden Nahrungsverzicht kann acht Stunden lang wie gewohnt gegessen werden.
  •  5:2: Hier stehen fünf Tage Essen zwei Tagen Fasten gegenüber.

FRÜHSTÜCK TROTZ INTERVALLFASTEN?

 

Ständig Kalorien zählen, auf das Lieblingsessen verzichten, zu vorgegebenen Zeitpunkten essen oder plötzlich Lebensmittel essen müssen, die man eigentlich gar nicht mag: Diäten können einen ganz schön einschränken. Beim Intervallfasten können Sie es entspannter angehen lassen. Denn Sie können Ihre Intervalle selbst wählen und bei der 16:8-Methode zum Beispiel frei entscheiden, ob Sie lieber das Frühstück oder das Abendessen weglassen.
Der Hamburger Diabetologe Dr. Jens Kröger rät vor allem Menschen mit Diabetes allerdings dazu, nicht auf das Frühstück zu verzichten. Der Experte erklärt: „Wenn man nicht frühstückt, besteht die Gefahr, dass man im Laufe des Tages ungesünder im Rahmen eines schnellen Snacks isst und vor allem abends zu viele Kohlenhydrate zu sich nimmt. Das ist ein Problem, weil Kohlenhydrate am Abend, wenn man sich nicht mehr viel bewegt, nur schwer wieder abgebaut werden können. Außerdem hindert das Schlafhormon Melatonin das Insulin daran, die Glukose vom Blut in die Zellen zu transportieren. Menschen mit Diabetes rate ich daher, bei der 16:8-Methode anstelle des Frühstücks, lieber das späte Abendessen auszulassen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit mit einem stabileren Glukoseverlauf am nächsten Morgen aufzustehen.“

WELCHE POSITIVEN EFFEKTE HAT INTERVALLFASTEN?

 

Das Intervallfasten ist gerade für Menschen mit Diabetes interessant und kann beim Abnehmen helfen. Warum und wie, lesen Sie hier:

INSULINVERLAUF BEI HÄUFIGEM SNACKEN

Wer häufig etwas isst und die Zeit zwischen den Mahlzeiten mit kohlenhydrathaltigen Snacks überbrückt, der hält seinen Glukosespiegel hoch und bringt die Bauchspeicheldrüse dazu, mehr Insulin auszuschütten. Das kann langfristig zu einer Insulinresistenz führen. Aber nicht nur das: Insulin baut auch Fett auf.

INSULINVERLAUF BEIM INTERVALLFASTEN

Intervallfasten kann sich positiv auf den Zucker- und Fettstoffwechsel auswirken: Wenn Sie zwischen zwei Mahlzeiten eine längere Pause einlegen, hat der Insulinspiegel die Chance abzusinken und schädliches Fett kann abgebaut werden. Langfristig können Sie so die Insulinempfindlichkeit verbessern und Ihr Körpergewicht reduzieren.

 

INTERVALLFASTEN BEI DIABETES: NICHT OHNE DEINEN ARZT

 

Bei Behandlung des Diabetes mit Medikamenten, die ein Unterzuckerungsrisiko bergen (wie beispielsweise Insulin oder Sulfonylharnstoffe), sollte vor Beginn des Intervallfastens mit dem Arzt über eine eventuell notwendige Therapieanpassung gesprochen werden.

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